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Gartentrends 2021: Alle Previews für das kommende Jahr

Gartentrends 2021: Alle Previews für das kommende Jahr

Der kürzliche Lockdown und die in ganz Europa geltenden, wenn auch unterschiedlichen Regeln des Social Distancings haben viele von uns dazu gezwungen, unsere Gewohnheiten zu ändern – angefangen von der Nutzung von Orten und der Neubetrachtung sowie Valorisierung häuslicher Außenbereiche, die sich zum neuen Mittelpunkt des familiären und allgemeinen Miteinanders entwickelt haben. 
Selbst große Events und Großveranstaltungen mussten sich zur Gewährleistung der Sicherheit aller Beteiligten an diese neuen Formate anpassen und alles daransetzen, trotz allem ihre Identität nicht zu verlieren. Hierzu zählte auch Orticolario, eine internationale, der Landschaftskultur gewidmete Initiative in Villa Erba (Cernobbio, Comer See), die sich dieses Jahr in einem neuen, virtuellen Gewand präsentiert hat. Wir möchten Ihnen bereits jetzt einige Gartentrends für 2021 präsentieren, die alle im Zeichen eines „generalüberholten“ Outdoor-Bereichs zur alleinigen und gemeinsamen Nutzung stehen.   

Forest Garden: Die Emotionen eines Waldes im eigenen Garten

Die in den Garten übertragenen Emotionen des Walds. Dies die Quintessenz des Forest Garden wie er vom Landschafts- und Gartenbauarchitekten Vittorio Peretto  im Vorfeld dargestellt wurde: ein Trend, der aus dem Vollen der Natur schöpft, um das Outdoor unserer Wohnbereiche mit einem Gefühl von Freiheit und Reinheit zu füllen, wobei man sich über die planungstechnischen Grenzen eines Englischen Gartens und sogar eines Meadow Garden hinwegsetzt. Die Klimaänderung und unsere durch die Covid-Situation entstandenen Gewohnheiten bilden den Hintergrund dieser Interpretation des Grüns. Mit dem Lockdown haben sich Luft und Wasser wieder erholt, Millionen von Menschen haben mehr Zeit in ihren Gärten verbracht und so entstand ein neues Bewusstsein: Es ist nicht möglich, in einer kranken Umgebung gesund zu sein. Vor diesem Hintergrund ist die Idee von „der Natur mehr Gehör widmen“ entstanden. Ausgangspunkt hierbei sind die Pflanzen. Im Forest Garden werden einheimische Arten bevorzugt, die robuster sind und sich leichter an die Außenbedingungen anpassen. Ergänzt werden diese durch andere Pflanzen mit gleichen Eigenschaften, die sich dann spontan mit Ersteren verflechten, auch wenn es sich nicht um „Einheimische“ handelt. Im Forest Garden konzentriert sich die Ästhetik auf die Bedeutung der Vegetation bezüglich Geräuschdämpfung und CO2-Absorption: ein zweigleisiger Prozess, der darauf abzielt, den Garten vor akustischer und Luftverschmutzung zu reinigen. Auf diese Weise wird ein Ökosystem geschaffen, das Insekten und Vögel anzieht, die wiederum dafür sorgen, Parasiten zu vernichten und so ein natürliches Gleichgewicht bewahren. Ein Grund, warum Nistkästen und Futterhäuschen für Vögel auf keinen Fall fehlen dürfen, da diese einen weiteren bereits gefestigten Trend begünstigen: den Birdgarden bzw. Vogelgarten.
Das materielle Schlüsselelement des Forest Garden? Selbstverständlich das Holz

Der Birdgarden – einer der Gartentrends 2021

In Nordeuropa ist er sowohl in privaten Gärten als auch öffentlichen Parks nunmehr Gewohnheit. Die Rede ist vom Vogelgarten oder der Möglichkeit, im eigenen Garten Wildvögel beobachten zu können. Voraussetzung hierfür ist die Planung einer maßgeschneiderten Grünfläche, ausgehend von Pflanzen, die Tiere anziehen und für das Klima sowie die lokale Fauna besonders gut geeignet sind. Die Früchte der Hagebutte, Schlehe, Blaubeere, Eberesche und Johannisbeere, um nur einige pflanzliche Garanten zu nennen, sind ideal für Rotkehlchen, Finken, Zaunkönige und Mönchsgrasmücken. Der Weißdorn ist dagegen ein Strauch, der vielen Tieren ein ideales Refugium und im Herbst schmackhafte Beeren anbietet. Auch die Kletterpflanze Efeu bietet Schutz und verschönert gleichzeitig Wände und Mauern. Aber auch beim Rasen sollte man auf Vielseitigkeit setzen: Löwenzahn, Disteln, Kräuter (Salbei, Rosmarin, Thymian, Malve, Majoran) und Blumen. Sie sind das Mekka zahlreicher Insekten, aber auch von Sitzvögeln und insektenfressenden Vögeln wie Meisen und Kohlmeisen. Ein vogelfreundlicher Garten hat jede Menge Vorteile: keine Pestizide, ein Habitat voller Leben und ein Naturgarten mit Dauergästen sowie reiselustigen „Freunden“, die unsere im Freien verbrachte Zeit noch angenehmer gestalten. 
Um in den Genuss dieses kleinen Wunders zu kommen, gibt es zwei Lösung – eine Outdoor, die andere Indoor. Erstere erfordert einen durch eine Hecke oder besser noch durch einen vertikalen Verschluss geschützten und versteckten Beobachtungspunkt. Für die zweite Lösung ist ein Blick auf den Vogelgarten von einem Balkon, einer Terrasse, einer Pergola oder einer Pergola-Markise mit Glasschiebetüren aus ideal, um die umliegende Natur zu genießen. 

Wassergärten: ein neuer, attraktiver Fokus

Wassergärten sind ein neuer, bedeutender Trend für den Garten von Morgen und Zeugnis des kulturellen Wachstums von Gartenliebhabern. Es werden keine großen Flächen benötigt, um sich an der Blütenpracht einer Seerose oder Calla zu erfreuen. Wenn er die richtige Lage hat, geht dies sogar auf dem Balkon. Wichtig ist, das korrekte Gleichgewicht von sauerstoffreichen, filternden, schwimmenden und schattenspendenden Arten zu finden. So benötigt der Wassergarten keine mechanischen Filter und bewahrt sein gesundes Klima auf natürliche Weise. Der letzte, aber deshalb nicht weniger wichtige Vorteil: eine kontrollierte Wasserstelle hilft, Stechmücken zu vernichten. Es reicht aus, „mückenfressende Fische“ (wie Gambusen) in den Teich zu setzen, die Mückenlarven fressen, damit die Reproduktionskette unterbrechen und die Anzahl der erwachsenen Mücken reduzieren. Mit anderen Worten eine biologische Schädlingsbekämpfung im Einklang mit den Vorgaben eines bewussten Gardening.
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