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Popping Design Talks. Marco Piva und die „grüne Welle“ in den neuen Outdoor-Lebensbereichen

Popping Design Talks. Marco Piva und die „grüne Welle“ in den neuen Outdoor-Lebensbereichen
„Green Wave. The new living spaces”, diesen Namen trägt das im Mittelpunkt der Diskussion stehende Projekt, an dem wir in den letzten Jahren mit Stolz und Interesse mitgewirkt haben. Ein aktuelles Thema, denn der Gesundheitsnotstand hat die Outdoor-Welt wieder in den Fokus gerückt, steht er doch für ein „offensichtliches und unmissverständliches Bedürfnis, Außenräume als funktionale Lebensräume genießen zu können, welche die Vorstellung einer geschützten Umgebung mit der Natur verbinden.“

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Eine notwendige Prämisse für Piva ist, dass bereits vorher in einem vielfältigen Land wie Italien die Freude an Aufenthalten im Freien sehr groß war. Nach den langen Monaten des zwangsweisen Lockdowns ist allerdings nun allen bewusst geworden, dass man nach einer Form von Kontinuität zwischen Wohnraum und Outdoor strebt.
Ein Thema, das für Corradi immer schon von großem Interesse war und zwar sowohl in Hinsicht des Produkts als auch der Nutzbarkeit von Räumen als Katalysatoren für Transformationsprozesse in Städten.
Die Natur ist einer der grundlegenden Punkte dieses Projekts, interpretiert als Gestaltungsmittel, das in der Lage ist, den vom Architekten als „grüne Welle“ bezeichneten und im Rahmen urbaner Einrichtungsprojekte immer bedeutenderen Trend zu lenken. 


Eine sanfte Welle wird die Art zu wohnen verändern
 

 „Green Wave. The new living spaces” war eine Schnittstelle an sich bedingenden Anregungen, ausgehend von denen wir überlegt haben, welche Funktion die Außenbereiche für das Wohnen haben können, damit sie private Orte schaffen, die jeder von uns nach seiner eigenen Art und Weise artikulieren und definieren kann. 
Ein weiterer Schwerpunkt der sorgfältigen und genauen Analyse dieser neuen Art der Gestaltung geselliger Bereiche betrifft das Augenmerk auf den Kreations- und Umsetzungsprozess, der für den Architekten unter allen beteiligten Akteuren koordiniert ablaufen sollte. Natur also nicht nur als natürliches Element in den Projekten, sondern weil es sich um einen nachhaltigen Ansatz handelt, bei dem Ressourcen zugewiesen und verteilt werden, um im Prozess potenziell absorbiert zu werden.  


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„Heute gibt es, ausgehend vom Ausland, eine größere Dialogbereitschaft zur Teamstärkung.
In der Vergangenheit stieß das italienische Produkt stets auf große Wertschätzung, doch es war schwierig, große Projekte mit kleinen Ressourcen zu bewältigen. Voraussetzung für die Umsetzung dieses Projekts ist, dass seine Aktion auf mehrere, synergetisch zusammenarbeitende Sektoren ausgedehnt werden kann.“
Die Figur des Architekten spielt bei der Koordination von verschiedenen Bereichen und Gebieten eine grundlegende Rolle. Denn nicht nur Häuser, sondern auch Hotels, Gemeinschaftsräume und Schulen erfordern in der Planungs- und Bauphase ein gemeinsames Vorgehen und die Leitung eines „Dirigenten“, der gewissermaßen als Bindeglied zwischen den einzelnen beteiligten Unternehmen fungieren kann, um so die synergetische Zusammenarbeit plangemäß zu gewährleisten.

Das Ganze ist mehr als nur die Summe der Teile
 

Ein Projekt ist erfolgreich, wenn es mehr ist als die Summe seiner Teile, wenn es die spezifischen Fähigkeiten aller zusammenarbeitenden Akteure, die am Endergebnis beteiligten Konstruktions- und Gestaltungselemente sowie den Kontext berücksichtigt, der sich zwangsläufig auf die Leistung des „Ganzen“ auswirkt.
„Sogar die Piazza San Marco, Schauplatz der Popping Design Meetings, wurde umgebaut und von einem Parkplatz in einen Ort mit kulturellem Ferment verwandelt – in einen urbanen Garten, an dem man sich Loggien, Terrassen und private Gärten vorstellen kann, die ausgestattet mit Konstruktionen und Grünflächen einen Ort für zurückgezogene, ruhige Momente oder geselliges Beisammensein bilden, der zum Genießen der Aufenthalte im Freien einlädt.“


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Das Outdoor: ein Identitätskonzept
 

Marco Piva erklärt auch, inwieweit die Natur im internationalen Szenarium ein territorial gebundenes Identitätskonzept ist, das in verschiedenen Teilen der Welt unterschiedlich er- und gelebt wird.
„In Italien sind wir bezüglich der Vorstellung von Innovationsszenarien besonders weit voraus, da wir in der Lage sind, Architektur und Produkt, Materialien und Lebensstil sowie die mit einem Ort verbundene Geselligkeit in Einklang zu bringen. Früher war der Außenbereich ein zusätzlicher Raum. Heute ist es ein Ort, an dem man einen Whirlpool oder eine Outdoor-Küche installieren kann, ein Ort der immer mehr Gestaltung erfordert“, führt er fort.
Die Vision macht den Unterschied. Die Grundidee ist, durch natürliche Elemente einen Zugewinn zu erzielen, der dem Raum einen zusätzlichen Wert verleiht.
Neben dem privaten Wohnen erweist sich die „grüne Welle“ auch in Sachen Restaurants, Boutique-Hotels und im Wohndesign als ständige Überraschung: Bei der Definition von Außenräumen, die mit allen möglichen Funktionalitäten ausgestattet wurden, haben wir lebenswerte Orte geschaffen, die sich selbst in unserer physischen Abwesenheit als reaktionsfähig und performancestark erweisen.
Das Outdoor kann folglich „ein Ort sein, an dem man Amazon-Sendungen annehmen kann, ein gemeinsamer Arbeitsplatz, ein Treffpunkt für Feste oder ein Hobbyraum: Es ist wichtig zu wissen, dass Ihr Zuhause auf Ihre Bedürfnisse eingehen kann.
Die Funktion spielt daher beim Entwurf dieser New living spaces von Marco Piva eine entscheidende Rolle, handelt es sich doch um Orte, die Zeit und Verbrauch effizient reduzieren und die Nachhaltigkeit des Luxus bezüglich der gewünschten und zur Lösung des Problems gedachten Funktion steigern.
 

Der Weg zur Innovation
 

Forschung, Synergie zwischen Fachleuten, strategische Gestaltung des Zusammenlebens. So fasst Marco Piva seine Vision zukünftiger Außenbereiche zusammen: „Wenn wir uns Städte wieder als Orte der urbanen Gemeinschaft vorstellen, werden wir die richtigen Wege finden, diese Umgebungen erfolgreich neu zu interpretieren.“





 

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